Eventort: Mindspace Frankfurt
Eventdatum: 19.02.2020

Am 19.02. fand unser erster Workshop in Frankfurt statt – die zweite Veranstaltung zum Thema Empathie!
Perfekt geeignet für so ein persönliches Thema waren die wunderschönen Räumlichkeiten von Mindspace im Eurotheum. In ausladenden Sesseln, Sofas und Sitzkissen konnten die Teilnehmerinnen sich entspannen und zu Beginn des Abends erfrischende Getränke und kleine Snacks genießen, ihre Begleitungen erwarten oder sich mit anderen Gästen austauschen.
Die Lichter der Großstadt spiegelten sich bereits in der breiten Fensterfront, als Maria Beck den Workshop im fröhlichen Plauderton einleitete. Maria wurde als Bäckerstochter und einziges Mädchen unter vier Jungs geboren – deshalb hat sie keinerlei Probleme damit, sich auch in das andere Geschlecht einzufühlen. „Empathie ist kein reines Frauenthema, es betrifft Männer ebenso. Wir alle kommen auf die Welt und gehen mindestens zwei Jahre lang empathielos durchs Leben.“ Erst ab einem gewissen Alter entwickeln unsere Spiegelneuronen ihre Funktion. Von diesen wird im Gehirn die Empfindung des Gegenübers zurückgespiegelt. Anhand solcher Informationen lernen wir mit der Zeit, die Gesichtszüge des Anderen zu interpretieren und mitfühlend zu sein. 
Marias Gefühl zog sie früh auf die Bühne – ihr Gesangstalent bewies sie beim Workshop mit einer Demonstration zum Thema „Übung macht den Meister“.  Zunächst unterstütze Maria als Stimmtrainerin ihre Klienten bei Lernprozessen, heute hat sie ihr Beschäftigungsfeld ausgeweitet. Denn auch Empathie kann man üben, indem man sich bewusst in Situationen begibt, in denen man auf diese Fähigkeit zurück greifen muss, und auf die eigenen Verhaltensmuster achtet, diese reflektiert und bei der nächsten Interaktion gegebenenfalls anpasst. Um in der Welt des Theaters zu bleiben: „Man beginnt mit der Rolle des Blumenmädchens, ganz einfach, jung und frisch. Irgendwann sagt dann jemand zu dir, deine Stimme entwickelt sich und das bedeutet, deine Persönlichkeit entwickelt sich, deine Empathie prägt sich.“
Im Workshop durften die Teilnehmerinnen in verschiedenen Aktivparts ihre Empathie schulen. Zum Beispiel für den Fall, dass man einem wütenden Kunden gefasst und wohlwollend gegenüber treten muss. Oder aber, für Situationen, in denen man seine Empathie verteidigen muss, weil sie einem als Schwäche ausgelegt wird. Denn dieses Vorurteil ist, wie Maria Beck wiederholt betonte, keinesfalls legitim. Im Gegenteil, die Empathie wird oftmals mit dem Begriff „EinfühlungsVERMÖGEN“ umschrieben; denn diese Eigenschaft bewusst nutzen zu können, sei durchaus eine besonders wertvolle Begabung, auf die man stolz sein könne und sollte.
Jeder der anwesenden Frauen wurde der Umgang mit beziehungsweise das Verhältnis zur Empathie unterschiedlich beigebracht. Sie alle hatten einzigartige Geschichten zu erzählen, von kulturellen Umfeldern, in denen sie aufwuchsen, über familiäre Umstände bis hin zu branchenspezifischen Erlebnissen. All diese Faktoren haben ihre emphatischen Fähigkeiten verschieden geprägt. Diese Prägungen können sich schon ganz subtil bemerkbar machen, etwa, durch die individuell verwendete Sprache. Teilweise kann jeder Familie eine eigene Sprachlichkeit zugeordnet werden, welche dann natürlich, sobald man das Elternhaus verlässt, auf die des neuen Umfelds trifft.  Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen Tonalität und dem Empathie-Empfinden innerhalb der Corporate World. Denn dort wird meistens auf eine ganz bestimmte Wortwahl gesetzt: Die des Militärs. Recruiting, feuern, Deadline. Allesamt Worte, die mit äußerst negativen Assoziationen verbunden sind. Auch wenn ihre Bedeutung innerhalb des beruflichen Zusammenhanges nicht ganz so dramatisch ist wie im ursprünglichen Kontext, so vermitteln sie immer noch ein unangenehmes Gefühl. Eigentlich nicht gerade produktiv, eher im Gegenteil, wie Maria Beck aufzeigte.
Viele der Teilnehmerinnen haben als Frauen in Führungspositionen die Chance, innerhalb ihres Wirkungsbereiches ein fruchtbareres Klima zu schaffen. Interessanterweise kommt es auch hierbei wieder auf die Branche und die Bedürfnisse des zu führenden Teams an – nicht jeder kommt mit derselben Führungsintensität zurecht. Den richtigen Stil herauszuarbeiten ist, wie sollte es anders sein, eine Frage der Empathie, auf beiden Seiten. Der Tipp, den Maria mit auf den Weg gab: „Schickt euer Team immer sicher auf die Bühne.“
Im Anschluss an diesen Workshop voller Gedankenanstöße saßen die Gäste noch eine Weile zusammen und teilten in kleinen Runden ihre Erfahrungen mit dem Thema, entdeckten gemeinsame Kontakte und plauderten mit Maria Beck. Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei ihr, dem Team von Mindspace und all unseren tollen Teilnehmerinnen, für einen bereichernden Abend!
Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier einige Bildimpressionen.